Hier findest Du beispielhaft einige Auszüge aus dem umfangreichen Glossar zu den fünf Büchern "Auf dem Rücken der Weisen Schildkröte".

Böse, das Böse

Das Böse als Schöpfungsprinzip

 In dem Erlebnisbericht der Levitan-Zwillinge werden wir mit vielen Ausprägungen des sogenannten Bösen konfrontiert, die aber von ihrem Ursprung her sämtlich das Böse auf eines der Schöpfungsprinzipien zurückführen:
In der in den Ebenen dominierenden Schöpfungslegende von der Schönen Cloeda und dem Drachen Morsus ist die Erschaffung des Drachen als notwendiges Übel dargestellt, um die Schöpfung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Denn da der Schöpfer Cloeda als Personifizierung der absoluten Schönheit, Reinheit und Unschuld erschaffen hatte, erstarrten die anderen Wesen alle in Anbetung dieser Schönheit. Die Schöpfung drohte somit bereits im Anfang aus dem Gleichgewicht zu geraten, die Entwicklung zum Erliegen zu kommen. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet wurde das Böse in Gestalt des Drachen Morsus aus einem inneren Zwang heraus geschaffen, um einen Schöpfungsfehler in Gestalt der einseitigen Absolutheit der Schönen Cloeda wieder auszugleichen. Diese Sichtweise, relativiert die Idee des höchsten Schöpfers, denn sie unterstellt ihm Zwänge und Schwächen, wie sie auch das Leben der Geschöpfe der Ebenen prägen...

Cloeda, die Schöne, auch genannt die Ruhende

Erste Schöpfung – Ausdruck des Allerschönsten und Guten

Die Schöne Cloeda ist das erste Wesen, das der Schöpfer erschuf. Laut der Meinung eines Großteils der Bewohner der Ebenen kreierte er diese wunderschöne Riesin als höchsten Ausdruck und Sinnbild des Allerschönsten und Guten, das ein Geist sich nur erdenken kann. Ihre Schönheit ist so intensiv und atemberaubend, dass ihr Anblick schmerzt und man deshalb die Augen abwenden muss. Siehe dazu Glossar „Ebenen, Unterkapitel „Entstehung der Ebenen“.  

Das Wesen der Schönen Cloeda

Die Schöne Cloeda ist absolut gutmütig, unschuldig, mütterlich, heilend, hingebungsvoll, beschützend, stark und hilflos zugleich. Obwohl sie in der fünften Ebene als Mutter Erde bezeichnet wird, ist Cloeda also auf die Unterstützung ihrer Bewohner angewiesen. Dieser scheinbare Widerspruch scheint vom Schöpfer ganz bewusst angelegt worden zu sein. Allerdings sagen die Weisen, dass Cloeda niemals wirklich in existentielle Gefahr geraten kann...

Doppelte Lottchen, alias „Das doppelte Lottchen“

Das „Doppelte Lottchen“ ist ein 1949 in Deutschland erschienener Roman von Erich Kästner, der aber in seiner Grundidee tatsächlich bereits auf den Erlebnisbericht der Levitan-Zwillinge Jule und Franzi am 24. Dezember 1926 im Hause der Familie Levitan in der Victoriastraße 10 zu Berlin zurückgeht. Mit dem vorliegenden Buch „Auf dem Rücken der Weisen Schildkröte“ liefern wir also erstmalig das Original des „Doppelten Lottchens“, oder besser, den zu Lebzeiten Erich Kästners nie veröffentlichen Vorläufer desselbigen.
Diese ursprüngliche Zwillingsgeschichte hätte bereits 1927 Erich Kästners erste große Veröffentlichung und zugleich der erste wahre Roman der Weltgeschichte werden können. Doch ein allzu kleiner Lektor, der eine allzu große Geschichte auf den Tisch gelegt bekommen hatte, verhinderte dies auf tragische Weise. Siehe Glossar „Hieronymus Schneidewind“ sowie Glossar „Erich Kästner, alias Geist aus der Decke“.
Herr Kästner vergrub nach dieser für ihn damals beschämenden Ablehnung völlig demoralisiert sein Manuskript im dunkelsten Winkel der Schreibtischschublade und später aufgrund einer bevorstehenden Hausdurchsuchung der Nazis im Jahre 1943 endgültig im doppelten Boden seines alten Kleiderschranks... 

Drache Morsus, alias Echrad Susrom, alias der Riesensaurier im Mondgebirge, alias Schlange im Paradies, alias Schlange in der Kristallhöhle

Der Counterpart der Schönen Cloeda

Mehrere konkurrierende Ansichten existieren in den 27 Ebenen zum Ursprung des Drachen Morsus. Nach der verbreitetsten Ansicht ist der Drache Morsus ein Produkt des höchsten Schöpfers, der auch die Schöne Cloeda erzeugte. Nach der Erschaffung der Schönen Cloeda drohte das Universum ob ihrer in sich selbst ruhenden absoluten Schönheit in völliger Reglosigkeit zu erstarren, weshalb der Schöpfer notgedrungen ein Gegengewicht in Gestalt des Drachen Morsus als Ausdruck des absolut Hässlichen und Bösen schuf. Siehe Glossar „Ebenen“, Unterkapitel „Entstehung der Ebenen“. Auf diese Weise kam die Dualität in die Welt, die seitdem alle Dinge in Gut und Böse, Körper und Geist, Freund und Feind, Licht und Dunkel zersplittert und damit zu einer Quelle endlosen Leidens wurde.
Gemäß einer in den dreizehn unteren Ebenen verbreiteten Ansicht soll hingegen nicht der höchste Schöpfer, sondern ein dunkles Wesen Namens Atheis (Gegengott) den Drachen Morsus erschaffen haben. Und erst in einem unfreiwilligen Folgeakt entstand die Schöne Cloeda. Siehe Glossar „Atheis“...

Drachenaugen

Ursprung der Drachenaugen

Die Drachenaugen bilden analog dem Blauen Kristall (siehe Glossar „Blauer Kristall“) eine besondere Erscheinungsform einer extrem hohen Konzentration reinster Energie. Aufgrund ihrer besonderen Ursprungsgeschichte gelten sie jedoch zugleich als höchst gefährlich. Denn tatsächlich sind sie, wie bereits ihr Name sagt, von ihrem Ursprung her Drachenaugen, nämlich die Augen des Drachen Morsus. Als sich der Drache während des Kampfes mit der Schönen Cloeda listig zerteilte, zerteilten sich damit auch die Drachenaugen. Und während die durch die Teilung der Schönen Cloeda hervorgegangenen Welten durch die Liebe verbunden blieben, verband sich das aufgespaltene Böse und Hässliche durch den Blick des Drachen, dessen alles kontrollierende Riesenaugen nun in unzählige kleinere Augen, eben die Drachenaugen zersplittert waren. Der Drache besitzt durch diese Teilung seitdem nur noch einen Bruchteil seiner ursprünglichen Energie, so dass er die Schöne Cloeda nicht mehr zu vernichten vermag. Laut einer alten Legende könnte ihm dies nur gelingen, wenn er die Kräfte des Bösen durch die Zusammenführung sämtlicher verstreuter Splitter der Drachenaugen erneut zu bündeln vermag... 

Drei goldene Körper an der Steineiche, alias Zauberschlüssel

Die drei goldenen Körper, die Jule und ihre Freunde zunächst an der Steineiche und später dann in Binki Lotz‘ Kästchen erblickten, bilden ganz erstaunliche Objekte. Binki Lotz bezeichnete sie als Zauberschlüssel und zitierte die Worte, mit denen der Große Mechanikermeister sie ihnen einst überreicht hatte: „Zwei Schlüssel sind für euch und der dritte für das, was ihr dereinst am liebsten habt.“ Siehe dazu auch Glossar „Eichbaum und die drei goldenen Körper“. 

Der Dodekaeder als Symbol und Element des Himmels

Der erste goldene Körper bildet ein sogenanntes Dodekaeder, auch als Pentagondodekaeder bezeichnet. In der magischen Geometrie gilt es aufgrund seines außergewöhnlich hohen Symmetriegehalts als der vollkommenste Körper überhaupt: Das Dodekaeder besitzt 12 regelmäßige Fünfecke als Flächen; 20 Ecken, in denen jeweils drei dieser Fünfecke zusammentreffen; 30 gleich lange Kanten, von denen jede die Seite von zwei Fünfecken ist. Es besitzt sechs fünfzählige Drehachsen durch gegenüber liegende Flächenmittelpunkte; zehn dreizählige Drehachsen durch gegenüber liegende Ecken; fünfzehn zweizählige Drehachsen durch die Mittelpunkte gegenüber liegender Kanten...


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